Mittwoch, 9. Januar 2013

Stark sein!


Ich habe in den letzten Wochen viel Scheiße erlebt. Zu viel, um einfach darüber hinweg zu sehen und zu viel, um es für mich allein abzuhaken und um es alleine durchzustehen. Manchmal wächst einer_einem alles über den Kopf. Das ist nicht immer leicht. Das Beste daran ist, zu sehen, wer für mich da ist und wer bleibt, wenn ich noch so unausstehlich bin. Ohne diese bestimmten Menschen in meinem Leben hätte ich viele Entscheidungen nicht so treffen können, wie ich sie getroffen habe und dafür bin ich sehr dankbar.
Aber bitte: Das, was zählt, ist nicht, dass ich das mit erhobenen Kopf durchstehe, sondern, dass ich es überhaupt schaffe und irgendwann da ankomme, wo ich hinwill.  Ich weiß, dass es nett gemeint ist, wenn ihr mir Mut zusprecht und wenn ihr mir sagt, dass ich das schon schaffe.
Bitte vergesst nie: Ich  bin nicht immer stark. Ich kann das gar nicht. Ich meistere nicht jede Situation, ich tu nicht immer das Richtige, ich bin nicht immer diejenige, die ihr kennen gelernt habt.
“Du musst jetzt stark sein!” - muss ich das? Nein, ich will auch schreien. Und ausflippen. Weinen, Laut Musik hören und ab und zu unfair sein, Dinge sagen, die ich nicht so meine. Ich will Türen knallen und mich zurückziehen können. Ich will auch zeigen können, dass ich nicht immer stark bin. Das gehört alles dazu. Ich will auch mal nicht stark sein müssen. Ich will kein Lob dafür, wie ich jede SItuation meistere, sondern ich will auch mal nicht für meinen Zustand bewertet werden und nicht kategorisiert werden. Ich bin nicht immer stark und auch das gehört dazu.
Ein Mensch, der mir viel bedeutet, hat vor Kurzem gesagt: “Versuch, stark zu sein. Und wenn du nicht stark sein kannst, dann halte ich dich”. Das bedeutet mir viel mehr, als ständig die Fassung zu wahren.
Was ist so schlimm daran, zu den eigenen Fehlern zu stehen, aus dem Rhythmus zu kommen und nicht immer Nachvollziehbares zu tun?
Es ist nicht schlimm. Das gehört dazu. Und ich finde, das beweist viel mehr Stärke, als Gefühle zu unterdrücken und zu verheimlichen.

Kommentare:

  1. "Gefühle unterdrücken und verheimlichen" ist ja nicht die einzige Alternative zu unbeherrschtem Ausrasten und Rumschimpfen.

    Man kann auch lernen, Verantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen und sie nicht an Anderen auslassen, sondern sich z.B. aus der Situation zurückziehen, tief atmen, zu Ruhe kommen, beobachten, wie die Emotionen einfach vorüber gehen. Voraus gesetzt, man hält sie nicht fest, indem man z.B. immer wieder denkt, wie gemein die Welt und die ANDEREN doch sind etc. usw.

    Klar klappt das auch mal nicht - dann ist das meist auch kein Beinbruch, solange nur gute Freunde "was abkriegen".

    Unter "Stärke" würde ich das alles nicht abhandeln, eher unter Lebenskunst.

    AntwortenLöschen