Freitag, 31. Mai 2013

Warum ich mich nie mit FEMEN solidarisieren werde.

Beim Finale von Germanys Next Topmodel hat FEMEN Deutschland für Aufsehen gesorgt. “Heidi’s Horror Picture Show” stand auf den nackten Oberkörpern, als sie auf die Bühne sprangen und für einen kurzen Moment die Aufmerksamkeit an sich reißen konnten. Ja, Kritik an Sendungen wie GNT ist mehr als berechtigt. Das kann und darf aber nicht heißen, dass man sich mit FEMEN auch nur im Entferntesten solidarisiert. Irgendwie führte dieser Auftritt dazu, dass FEMEN und ihre Aktionen in meiner Facebook-Timeline von einem Moment auf den anderen abgefeiert wurden, als sei alles toll und richtig, was FEMEN so macht.
FEMEN, das sind doch die Frauen, die nackt gegen die Sexualisierung und Ausbeutung von Frauen protestieren, oder? Ja, genau. Das sind auch die, die Faschismus-Vergleiche anstellen, Frauen, die nicht ihrem Frauenbild entsprechen, entmündigen und verurteilen und irgendwie doch nur eine Reproduktion heteronormativer Verhältnisse anstreben.


Dass eine Solidarisierung von FEMEN-Aktionen nicht möglich sein kann, war spätestens seit der Aktion auf der Reeperbahn in Hamburg klar. Es sollte eine Aktion gegen Sexarbeit sein. Allein dagegen ist schon genug einzuwenden, trotzdem mag es gerade noch so als Provokation durchgehen. Nackt mit einem Fackelzug durch die Herbertstraße zu laufen ist schon hart an der Grenze. Dann aber Transparente mit der Aufschrift “Arbeit macht frei” und “Prostitution ist Genozid” auszupacken und anzubringen, ist geschichtsrevisionistisch und scheiße. Sexarbeit mit Faschismus gleichsetzen? Morde mit Prostitution vergleichen? Da, wo schon die Nazis mit Fackeln marschiert sind, mit den gleichen Parolen langzulaufen? FEMEN sind geschichtsrevisionistisch und scheinen nicht begriffen zu haben, dass man mit dem Faschismus-Begriff nicht leichtfertig umgehen sollte.


Gefordert wurden die Illegalisierung der Freier und Zuhälter. Kurz gesagt: Sexarbeiterinnen werden entmündigt, es wird aberkannt, dass diese Arbeit wie jede andere Lohnarbeit frei gewählt werden kann. Anstatt Sexarbeiterinnen eine bessere Lobby und stärkeren rechtlichen Rückhalt zu verschaffen, fordert FEMEN die Illegalisierung ihrer Arbeit und spricht ihnen Selbstbestimmung und eigene Handlungsfähigkeit ab. Und zu Recht riefen die in der Herbertstraße arbeitenden Frauen den Aktivistinnen hinterher, dass sie diese Form der Lohnarbeit aus freien Stücken gewählt hätten. Sicherlich kann man darüber streiten, inwiefern die Wahl einer Lohnarbeit im kapitalistischen System überhaupt aus freien Stücken passiert. Aber allen Sexarbeiterinnen vorzuhalten, dass man sie mit solchen Aktionen befreie, ist Teil eines antifeministischen und patriarchalen Frauenbildes, gegen das wir Tag für Tag kämpfen und das FEMEN ohne es zu hinterfragen reproduziert.


Mit ihren Aktionen stoßen FEMEN genau diejenigen Frauen vor den Kopf, mit denen wir uns solidarisieren wollen. Während wir alle Frauen mit dem dazugehörigen Lebensentwurf als Individuen und Teil unserer Bewegung verstehen, drängen FEMEN ein festgefahrenes Frauenbild auf und schaffen es mit jeder ihrer Aktionen, Frauen zu demütigen und zu entmündigen. Sie reproduzieren in ihrer geschlossenen Gruppe ein (nacktes) Frauenbild und wollen dieses allen anderen Frauen als “Befreiung” verkaufen. Noch ein Beispiel dafür? FEMEN-Aktivistinnen liefen mit dem Schriftzug “Muslim Women let’s get naked!” auf ihren nackten Oberkörpern durch ein migrantisches Viertel in Paris und nahmen Kopftuchverbrennungen vor. Das wird wohl kaum eine muslimische Frau, die ihr Kopftuch gern und aus freien Stücken trägt (Überraschung, sowas gibt’s!) dazu verleiten sich dieser Bewegung anzuschließen. Vielmehr werden muslimische Frauen diskreditiert, FEMEN wollen ihnen ein nacktes Frauenbild auferlegen und ihnen wird klar gemacht: So wie ihr seid, könnt ihr niemals Teil unserer Bewegung werden. Auch hier verstanden FEMEN sich als die großen Retterinnen der armen, unterdrückten Frauen. FEMENs Kampf mag nackt sein. Der Kampf vieler anderer Frauen ist es nicht. Und das ist auch richtig so.


FEMEN geben ein klares Frauenbild vor. Die Aktivistinnen sind jung und schlank. Die Aktivistinnen tragen kein Kopftuch. Die Aktivistinnen müssen sich ausziehen. Andere dürfen nicht mitmachen. Ihr Freiheitsbegriff bedeutet, dass Frauen erst frei sind, wenn sie ihren Glauben nicht mehr leben (weil laut FEMEN ja alle muslimischen Frauen dazu gezwungen werden) und wenn sie bereit sind, sich auszuziehen. Mit ihren Aktionen reproduzieren FEMEN den Sexismus, unter dem Frauen überall täglich leiden. Sie beschreiben sich mit “hot boobs, cool heads”. Hot boobs? Wer definiert das eigentlich? Können Frauen ohne Brüste FEMEN sein? Wieso muss man sich, wenn man von sich glaubt, einen feministischen Kampf zu kämpfen, auf genau die sexistischen und lookistischen Bilder einlassen, die wir Feminist_innen zu überwinden versuchen? Ich habe keine Lust auf Feminismus, wenn dabei ein so heteronormatives und sexistisches Frauenbild vorgegeben wird, dass die Mehrzahl aller Frauen* ausgrenzt und entmündigt werden.
Natürlich waren die Aktivistinnen, die bei GNT auf die Bühne stürmten schlank. Was sonst? Wie hätten die Medien auch auf Nacktheit bei nicht der Norm entsprechenden Körpern reagiert?
Ja, Nacktheit kann als Waffe verwendet werden. Während des refugee-camps in Berlin 2012 bekam das Camp erst Aufmerksamkeit, als einige Frauen angekündigt hatten, ihre Brüste zu zeigen. Das hat die deutschen Medien, die auf einmal bei dem Camp vertreten waren, bloßgestellt. Sensationsgeilheit über dem Schicksal der Menschen, denen dort eigentlich alle Aufmerksam gelten sollte. Das hat diese Aktion gezeigt. FEMEN würden niemals so viel Aufmerksamkeit bekommen, wenn sie sich nicht ausziehen würden. Deshalb frage ich: Inwiefern ist Ausziehen selbstbestimmt, wenn nur dadurch Aufmerksamkeit erreicht wird? Und vor allem: Inwiefern ist das sinnvoll, wenn die Aktionsform immer Nacktheit heißt und der Grund für den Protest erst danach gesucht wird?


Der Kampf gegen den Kapitalismus ist richtig. Der Kampf gegen das Patriarchat ist auch richtig. Aber im Umkehrschluss das Matriarchat als Ziel zu sehen, halte ich für genauso falsch. Denn auch das setzt eine Unterdrückung voraus, die Unterdrückung von Menschen, die in einem ebenso hierarchischen System keinen Platz finden. Jegliche sexistische Hierarchie setzt ein festes unveränderbares Zweigeschlechtersystem vor. Kann das das Ziel sein? Kann es Freiheit in der Unterdrückung geben?


Ja, eine Aktion gegen GNT ist super. Aber das heißt noch lange nicht, dass irgendwer FEMEN abfeiern sollte, nur weil sie besonders provokant auftreten. Oder wie es e*vibes aus Dresden im Januar so schön formulierten:


Wir wären nicht überrascht euch am 13. Februar in Dresden zu sehen, mit euren Fackeln, Seite an Seite mit Alt- und Neonazis, in Gedenken an die vielen durch die Alliierten getöteten Frauen.”

Bitte, Leute. Feiert den Feminismus. Feiert die internationale Solidarität. Aber doch nicht FEMEN. Und hört auf, Frauen nicht zuzutrauen, dass sie Dinge freiwillig tun und dass sie eigene Entscheidungen treffen können. Auf Geschichtsrevisionismus, Sexismus und Rassismus können wir wirklich gut verzichten.

Kommentare:

  1. Danke für den Artikel, da waren jetzt einige Punkte dabei, die (mir) über FEMEN bisher nicht bekannt waren (besonders das in Hamburg, wtf).

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  2. Hallo Merle,

    ich verfolge schon eine Weile die Diskussion um Femen. Für mich steht neben der absoluten Antihaltung aber immer noch ein Fragezeichen.

    Ok, die Aussage mit dem Matriarchat finde ich nicht toll (die Aussage habe ich einem Zeit-Interview gefunden, in dem eine Femen allerdings auch sagt, dass Frauen die gleichen Rechte wie Männer bekommen sollen, was im Umkehrschluss ja kein Matriarchat wäre).

    Dass nur hübsche/schlanke Frauen mit machen dürfen, haben sie in der Diskussion mit evibes nicht bestätigt. Wo kann man das sicher nachlesen?

    Die Unmöglichkeit der Vergleiche, die Du oben beschrieben hast, würde ich gerne vollständig verstehen. Ich beziehe mich jetzt insbesondere auf jene von Prostitution & Faschismus.

    Erstmal verstehe ich Deinen Einwand (und unterstütze ihn), dass wir nicht über andere und ihre Lebensentscheidungen richten können. Ein Mensch, der Sex gegen Geld aus freien Stücken verkauft (also nicht direkt z.B. durch Gewalt gezwungen wird), kann nicht unterstellt werden, dass er nicht für sich selbst entscheiden kann. Ich finde es auch nicht gut, wenn ein Mensch einem anderen seine Moral-Massstäbe aufdrückt, wie auch immer die aussehen mögen.

    Wenn sich Femen jetzt aber in der Kritik absolut NUR auf Zwangsprostitution beschränken WÜRDE. Ist dann der Vergleich zum Faschismus auch noch unmöglich? Ich frage mich das jetzt wirklich und gehe das Risiko ein, dass meine Aussage als unreflektiert abgestempelt wird (wie ich es schon bei evibes wurde). Was ich aber nicht hoffe, denn ich möchte es einfach nur diskutieren um zu verstehen.
    Als ich das Buch "Die Hälfte des Himmels" von den Journalisten WuDunn und Kristoff gelesen habe, empfand ich beim lesen über Zwangsprostitution, einen ähnlichen Schrecken bei Berichten von und über der Opfer des Faschismus. Nur als Beispiel, im dem Buch wird der Weltweite Frauenhandel beschrieben und wie brutal Zwangsprostitution ist: Sie beschreiben, wie der Wille von Mädchen und Frauen durch sehr oft wiederholte Vergewaltigung so tiefgründig gebrochen wird, dass selbst nach der Befreiung der betroffenen Frauen, durch z.B. Polizei, diese nicht wissen was sie machen sollen, ausser zurück zum Zuhälter zu gehen. Und (neben der freiwilligen Zwangsarbeit) finden diese Dinge auch in unseren Städten in Deutschland bzw. Nachbarländern statt, unsere Mitbürger sind die Kunden solcher Zwangsprostitution.

    Natürlich ist ein Vergleich im Sinne von Aufwiegen oder Aufrechnen von menschlichem Leid unmöglich!

    Aber was ist mit einem Vergleich im Sinne von in Frage stellen des kollektiven Denkens: "Ist es nicht unglaubwürdig, auf der einen Seite den Faschismus zu verurteilen, und auf der anderen Seite Zwangsprostitution in Eurem eigenen Land/Kontinent zu dulden?" Um es noch genauer zu sagen: wenn eine/r den Faschismus und damit das Leid von damals verurteilt, hat diese Person eine öffentliche/politische "reine Weste". Wenn die gleiche Person dann aber gegenüber Zwangsprostitution neutral bleibt, bzw. das Problem ignoriert, und damit gegenüber dem Leid von HEUTE, dann berührt das diese reine Weste nicht." Ich finde das aber zutiefst unglaubwürdig.
    Ich hoffe, Du verstehst, wie ich das meine.

    Daher wüsste ich gern, ob Du den Vergleich auch in diesem Sinne ablehnen würdest, mit dem Zusatz, dass es nur um Zwangsprostitution geht? Und wenn ja, wüsste ich gerne warum, um es nachvollziehen zu können.
    Ich würde mich über eine Antwort freuen!
    Ahoi und viele Gruesse,
    Susanna

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    1. Hallo

      zu deiner frage:

      ,,Dass nur hübsche/schlanke Frauen mit machen dürfen, haben sie in der Diskussion mit evibes nicht bestätigt. Wo kann man das sicher nachlesen?"

      Ich habe mal ein bericht im TV gesehen, das die FEMEN ein trainigslager haben, dort treiben sie sport um ihren body zu trainieren damit sie schön schlank bleiben. Sie üben aber auch wie sie sich zu verhalten haben wenn sie von Sicherheitsmännern abgeführt werden sollen. Wenn sie z.B. festgehalten werden, wie sie sich dagegen wehren sollen und auch das sie dabei nicht lachen dürfen.
      Was diesen Mädchen dabei ziemlich schwer fällt.

      Und wenn wir und mal die ganzen FEMEN anschauen, sind es doch nur schlanke Mädels.
      Denke mal wenn ein molliges Mädel dort gern mitmachen würde, würden sie ihr sagen, das sie doch erst einmal abspecken sollte.

      Im Allgeimen denke ich das diese ganzen FEMEN Aktion ziemlich lächerlich sind.
      Halbnackt gegen Vergewaltigungen zu protestieren zum Beispiel.
      Da kann man nur noch mit den Kopf schütteln.

      Oder diese Aktion, wo sie sich vor einer Moschee entblößten, um für die freiheit der Frauen zu kämpfen. Manchmal frage ich mich ob sie sich vorher mit den themen auseinandersetzten wogegen sie protestieren, oder ob ihr Hirn in den Brüsten sitzt.

      Vorallem, nachdem sie sich vor einer Moschee entblößten, konnten sie es nicht verstehen warum sie verhaftet worden waren.
      Sie hatten sich eher vorgestellt das sie entführt und vergewaltigt worden wären.
      Also, das wäre für die FEMEN also in Ordnug gewesen?



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  3. Danke. Ich bin in vielem sehr bei Dir.
    Dachte bis gestern, ich könnte Femen einfach abhaken als hochproblematisch - aus den von Dir beschriebenen Gründen.
    Aber die Aktion bei GNT fand ich für sich genommen super. Auch ein paar Interviews hinterher. Die Zielgruppe von GNT lässt sich auf diese Art sicher noch am ehesten erreichen mit feministischen, empowernden Inhalten.
    Etwas ratlose Grüße.

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  4. Schöner Artikel,vor allem der Part über das hierachische System.Nur das letzte Zitat ist fehl am Platz, und passt auch nicht zum vorherigen, kritischen aber sachelich-neutralem Ton. Eine Gruppe Frauen, die mit reißerischen (und teilweise auch fehlplatzierten Methoden)gleichzusetzen mit Alt-und Neonazis ist fehl am Platze, auch wenn diese Gruppe sich einer Symbolik bedient hat (Fackelmarsch in Hamburg) die mehr als zweifelhaft ist. In Betrachtung der Tatsache das FEMEN gerne mit Contraaktionen auf sich aufmerksam macht, sollte deutlich sein, dass die von ihnen gewählten Mittel (nackte Körper, aber auch eben der genannte Fackelzug) eben genau das darstellen, was sie eben kritisieren (wie zum beispiel die Slutparaden). Von daher muss ich im Zweifel für den Angeklagten sein, und die gewählten Mittel (die im Falle des Fackelzuges auch für meinen Geschmack daneben sind, vor allem im Bezug auf "Arbeit macht frei"), nicht als Bezugnahme einer Nazinähe darstellen, wie der Kommentar von e*vibes es impliziert, sondern schlicht und einfach als eine Provokation, die leider,- vielleicht aus Unwissenheit/Unbedachtheit oder aus welchen Gründen auch immer-,falsch gewählt wurde. Sie jedoch sogleich mit Nazis gleichzustellen, kommt dieser Unbedachtheit genauso nahe und lässt einen bitteren Nachgeschmack hinter sich, welcher die Aussagekraft dieses Artikel stark reduziert.

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  5. "Und hört auf, Frauen nicht zuzutrauen, dass sie Dinge freiwillig tun ..."

    Freiwilligkeit kann allerdings nie die alleinige Legitimation für etwas sein.

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  6. Hi,
    insgesamt guter Artikel,

    "Gefordert wurden die Illegalisierung der Freier und Zuhälter."

    Zuhälterei ist aber in Schland afaik bereits illegal. Und das aus gutem Grund, ich finde es macht schon Sinn dass Leute die Kohle die sie mit Sexarbeit verdienen in die eigene Tasche stecken dürfen.

    "Ihr Freiheitsbegriff bedeutet, dass Frauen erst frei sind, wenn sie ihren Glauben nicht mehr leben (weil laut FEMEN ja alle muslimischen Frauen dazu gezwungen werden)" Klingt etwas ao als wäre der gelebte Islam mit Kopftuchtragen gleichzusetzen - finde es wichtig nochmal zu betonen dass das eine, aber keineswegs die einzige Möglichkeit & Interpretation dieser Religion ist.

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  7. Hallo Merle,

    leider muss ich immer wieder feststellen, dass immer mit Halb- oder gar Nichtwissen argumentiert wird, wenn es um den Begriff "Matriarchat" geht. Es gibt matriarchale Gesellschaften auf dieser Erde: Iroquois (oder die Six-Nations) und Navajos in Nordamerika, die Mosuo in China oder die Khasi in Indien. Wodurch zeichen sich diese Gesellschaften aus? Nun, zunächst: Es sind keine Herrschaftsgesellschaften! Im Gegenteil: Hauptmerkmal is die "Gender-Balance" bzw. die Komplementarität der Geschlechter. Frauen erfahren in diesen Gesellschaften eine hohe Anerkennung und haben wichtige Ämter inne. (Und übrigens auch Menschen, die weder Mann noch Frau sind)
    Übrigens gibt es in solchen Gesellschaften keine Prostitution. Warum? Weil es da kein Kapitalismus und Patriarchat gibt. Das gesellschaftliche und wirtschaftliche Netz ist so gesponnen, dass die Menschen aufgefangen werden. Deswegen gibt es auch dort keine so genannten "Weisenkinder". Think about it!!

    Ich enpfehle nicht die Literatur von Heidemarie-Göttner-Abendroth, sondern andere wie Barbara-Alice Mann, Winona LaDuke, Lee Miracle, Paula Gunn Allen oder Sammelbände wie Indigenous American women: Decolonation, Empowerment, Activism oder Indigenous Women and Feminism oder Bitter Sweet: Indigenous Women in the Pacific oder oder oder...

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  8. Gibt es da tatsächlich keine Prostitution?
    Zudem-bei den Amish gibt es sicher auch keine-das ist kein Argument.
    Kenne einige Prostituierte persönlich, keine wird gezwungen und die kennen in ihrem nicht gerade kleine KollegInnenpool auch keine, die gezwungen wird.
    Ebenso wie ich viele Muslimas kenne, die Hijab tragen-auch hier kenne ich keine, die gezwungen wurde-eher im Gegenteil, viele haben sich GEGEN den willen der Eltern zum Tuch entschieden.

    Wahrnehmung der dt Bevölkerung und Realität klaffen da wohl weit auseinander...

    Aber zwangsprostitution wird man durch Illegalisierung nicht verhindern-Menschenhändler scheißen auf sowas.
    Sinnvoller wäre n Gesetz, dass eine Konzession vorraussetzt, die jede/r beantragen muss, für wenig Geld-so hätte man 1 ne Zahl und 2 kann der Freier die verlangen.
    Man könnte die Konzession an ein kurzes Gespräch knüpfen- wer die Person ist, wo sie lebt& arbeiten möchte und dann mit der Konzession Kontaktdaten zu Vertreter& Hilfsorganisationen abgeben, eenn erwünscht auch Infos zu Umschulungs und Weiterbildungsmaßnahmen.
    Die Konzession müsste alle 2, 3 Jahre erneuert werden und dürfte nur von der Person persönlich beantragt werden, sie bräuchte einen Pass oder Perso. Zur beantragung dürfte nur sie selbst hinein, Dolmetscher müssten bereit stehen, ggf könnte sogar eine Person die in einer Selbstvertretungs und Hilfgruppe arbeitet anwesend sein. Bei dem Termin kann man auch schauen ob die Frau offensichtlich krank aussieht und dann Hilfe anbieten. Ebenso können medizinische Schulungen z.b zur Hygiene/Arbeitsplatzsicherheit gegeben werden und oder bei Wunsch STD-Tests, hiv-hepc schnelltests und ggf Impfung angeboten werden. Gerade bei ArbeitsmigrantInnen Ist soetwas sehr wichtig, denke ich.
    Oder infos zur Altersvorsorge bei Selbstständigkeit.

    So hätte man einen Ort an dem Hilfe& Unterstützung abgeboten wird ud an den alle kommen sollten-diese Konzession sollte nicht viel kosten-eben 5€ oderso.

    Zudem MUSS sichergestellt sein, dass Opfer von menschenhandel NICHT ABGESCHOBEN werden.

    Kriminelle Sklaventreiber würden sich um soetwas nicht kümmern, wenn also jemand ins Bordell geht oder in ein Hotel kann/sollte er die Konzession verlangen.

    Also so geringe Hürden wie möglich, den Ort nett und gemütlich machen und Konzessionsvergabe, Beratung und für nicht Versicherte oder Beschaffungsprostituierte medizinische Leistung miteinander verbinden.

    Ka

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  9. Ja, es gibt Gesellschaften ohne Prostitution.
    Und nur weil Du keine Zwnagspostitutierte oder Zwangsverschleierte kennst, heißt das noch lange nicht, dass es sie nicht gibt.
    Sicherlich reichen Verbote nicht aus. Da bedarf es vielerlei andere Maßnahmen, z.B. der Kampf gegen Frauenarmut weltweit, (Aus-)Bildung für Mädchen und und und...

    Es gibt einen wunderbaren Satz von Audre Lorde: I am not free while any woman is unfree, even when her shackles are very different from my own.

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  10. Dieser Artikel ist nicht nur klasse, sondern m.E. auch sehr rational. Hut ab, Merle Stöver!

    Was ich an den FEMEN und ihren Anhängern/Befürwortern außerdem nicht leiden kann, (man sieht es auch hier wieder ganz deutlich anhand mancher Kommentare), ist, dass sie stets dazu neigen die Meinungen anderer abzusprechen. Nur ihre Meinungen, ihre Worte gelten und nur ihr Weg ist der richtige Weg. Für mich persönlich kristallisiert sich das eher als einen machtorientierten Fanatismus heraus. Was viele von uns aber wollen ist 'Feminismus'.

    Zudem finde ich es, ganz nebenbei erwähnt, unglaublich unhöflich ständig 'Anonym' zu schreiben. Man könnte sich ja mal wenigstens ein bisschen Mühe geben, wenn man schon seinen Senf dazugeben möchte.

    Herzliche Grüße! ;)

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  11. Ich bin in jedem Punkt ganz deiner Meinung, Merle.
    Danke!
    ... Es ist wohl jedem bekannt, dass es Zwangsprostituierte und Zwangsverschleierte gibt. Leider können nur viele Menschen unserer Gesellschaft und eben auch Femen nicht zwischen Zwang und Freiwilligkeit unterscheiden, nur weil Vorstellungskraft nicht ausreicht, zu verstehen, dass verschiedene Menschen verschiedene Vorstellungen haben, was ihr persönliches Wohl angeht.
    ... Dass Femen fast ausschließlich hübsche, schlanke Frauen an die Öffentlichkeit lassen, beweist sich von selbst, finde ich.
    ... Wenn jemand nochmal nachlesen sollte, was genau das Matriarchat ist, dann wohl Irina Schewtschenko. Die möchte nämlich auf dem Weg zum Matriachat Männerblut fließen lassen.
    ... Und selbst wenn es Gesellschaften ohne Prostitution gibt, zählt sich unsere ja offensichtlich nicht dazu. Von daher braucht man sich über diesen Punkt eigentlich gar nicht streiten, sondern ist lieber froh, dass SexarbeiterInnen hier die Möglichkeit haben, legal zu arbeiten.

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  12. Wie kann man nur so überheblich sein, Prostitution als "Beruf" zu sehen. Da entstammt man wohl einer Wohlstandsschicht, die nicht weiß, was existenzielle Probleme sind. Man hilft, indem man präventiv da ansetzt, wo die Prostitution entsteht und ständig wächst. Fakt ist, dass wir vor 20 Jahren wesentlich (!) weniger Prostitution in Deutschland hatten. Also ist es steuerbar!

    Schweden ist uns mal wieder weit voraus. 60 x so wenig Prostitution in Schweden wie in Deutschland. Hut ab!!
    Solche Gesetze stammen in Schweden tendenziell aus dem politisch linken Spektrum, während es für Deutschland zahlreiche Beispiele gibt, wie sich in der linken Szen die Freier, Kinderficker und sonstige Antifeministen durchgesetzt haben. Hier gibt es einen enormen Unterschied zwischen den beiden Ländern. Und viele linke Frauen hierzulande sind so dumm und solidarisieren sich mit denen. Euch geht es wohl zu gut, als dass ihr zu Solidarität fähig wärt!

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    1. Ich sehe Prostitution als so freiwillig, wie Lohnarbeit im Kapitalismus eben sein kann. Und Prostitution da verhindern zu wollen, wo sie nicht gewaehlt wird, aber Prostituierte, die diesen Beruf gewaehlt haben, zu unterstützen und sichtbar zu machen, widerspricht sich meiner Ansicht nach nicht.
      Niemand sollte in Notsituationen sein, in denen sie_er gezwungen ist, ein Abhaengigkeitsverhaeltnis einzugehen. Aber wenn jemand für Sex Geld nehmen möchte und eine Lobby hat, die klare Vorschriften macht, dann kann man das nicht unsichtbar machen.

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  13. Ich finde Femen sehr sinnlos und beleidigend!! Ich trage selbst ein Kopftuch mit viel Freude und Stolz. Was denken sich diese verruekkten uns als unterdruekte Frauen zu nennen. ICH bin alles andere als unterdruekte. Herr Gott noch mal. Nur weil Frauen ein tuch auf dem Kopftuch trage, heisst es doch lange nicht :du Bist nicht frei und unterdruekte von deinem Mann... Der Grund dafuer ist, dass das Kopftuch in den Medien so brutal und schrecklich vermittelt wurde. Das es doch so viele naive Menschen gibt, ist sehr traurig. Das Kopftuch gehoert fuer manche MENSCHEN mit zur Kultur. Das muss ja nicht immer die Religion sein. Vor etwa 50 Jahren war das Kopftuch sogar in Europa gewoehnlich und jetzt ist es einfach so ein Symbol fuer die Frauen Misshandlung geworden-So ein Schwachsinn. Eine Frauen sollte ihren Stolz nicht verlieren und sich wehren koennen, aber was die Femen absolvieren ist einfach beleidigend und Schwachsinnig. Wie sschonenheit im Artikel gesagt wurde:reiner Faschismus.

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  14. By the way: Kaum einer stellt die Frage nach der Finanzierung der ganzen Femen-Geschichte. Dabei ist sie entscheidend. Die Amazonen werden nämlich bezahlt für ihren "Idealismus", und das mal richtig gut. Und sie haben Sponsoren mit ganz eigenen Interessen, von wegen Spenden einer breiten Fanbase! Femen ist geheuchelte Provokation, die wahren Motive liegen anders als es scheint. Details z. B. hier http://www.zeitgeist-online.de/exklusivonline/dossiers-und-analysen/964-enthuellt-femen.html. Da hat sich eine Journalistin mal richtig viel Mühe gemacht...

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