Freitag, 22. März 2013

Getriggert.

[Für diesen Beitrag gilt eine Trigger-Warnung: Sexualisierte Gewalt wird sowohl im Text als auch auf dem Bild relativiert.]

Ich bin eigentlich weit weg von allem. Physisch sind es etwa 1500 km von Zuhause, psychisch ungefähr das 100-fache. Und das tut gut! Das tut unglaublich gut, gerade nach der anstrengenden, kraftraubenden #Aufschrei-Diskussion, die sich ja über Wochen hinzog und in der auf jedes kleine Hochgefühl wieder zehn Männer mit Macho-Gehabe folgten. Ohne Ende Trigger und Flashbacks und viel zu viel Scheiße. Und dann ging es auf einmal ganz schnell und nun bin ich schon zwei Wochen hier. Raus aus der öffentlichen Debatte, ein Neuanfang, unscheinbar und unbekannt sein. 

Aber ab und zu ist es wieder da, das bedrückende Gefühl und natürlich auch das Wissen, dass hier rein gar nichts anders ist als in Deutschland. Die Angst bleibt, wenn ich abends auf einmal alleine mit einem Mann in der Metro sitze. Die Angst bleibt, wenn ich abends an einer lauten Gruppe Männer vorbei zur Bushaltestelle muss. Die Blicke stören hier genauso. Das einzige, was sich verändert hat, ist, dass ich die Sprüche nicht mehr höre, weil ich die Sprache nicht verstehe. Ich weiß nicht, ob das gut oder schlecht ist. Gut, um abzuschalten, loszulassen. Schlecht, weil sich Ungewissheit breit macht. Reden die über mich? Was sagen sie? 

Grundsätzlich fühle ich mich aber mittlerweile sicher. Und ich bin glücklich. Ich glaube, ich habe noch nie in so kurzer Zeit so oft gesagt, dass ich glücklich bin. Aber ich bin es wirklich und der Abstand tut einfach so gut!

Und jetzt kommt das Aber. [Trigger-Warnung]
Ich habe ein Bild von FearUs entdeckt, das ich an dieser Stelle nicht vorenthalten will. 
Quelle: fearus.org

Das holt mich einfach verdammt schnell in die Realität zurück. 
Mehr als ein Drittel der befragten Männer sind der Meinung Vergewaltigung ist "okay", wenn der Mann viel Geld für die Frau ausgegeben hat, wenn er so erregt ist, dass er sich selbst nicht stoppen kann, wenn sie auch schon mit anderen Männern Sex hatte, wenn sie betrunken oder stoned ist, wenn sie bestimmte Berührungen von ihm zulässt, wenn sie erst kurz vorher ihre Meinung geändert hat, wenn sie ihn verführt hat, wenn sie ihn erregt oder wenn sie sich schon öfter getroffen haben.
Die Zahl der Frauen, die dem zustimmen, schwanken, liegen aber kontinuierlich bei etwa einem Fünftel.
Wir haben es nicht gebraucht, aber das ist rape culture - schwarz auf weiß, Fakten. Und genau das holt mich zurück in die Realität.
Ich bin so müde, immer zu wiederholen, aber: Nein heißt nein, verdammt! Es ist nie okay, Grenzen zu überschreiten und ich kann einfach nicht begreifen, wie es sein kann, dass das überhaupt noch in Frage gestellt wird! Wenn jemand die Meinung nach einigen Treffen oder nach konsensualen Berührungen ändert, dann ist das ein Nein!
Es spielt keine Rolle, was sie trägt, wie viel Uhr es ist, was sie vorher irgendwann mit wem gemacht hat, wie oft man sich getroffen hat, welche Berührungen okay waren, wie betrunken jemand ist, wo vorher Grenzen waren.

Nein heißt nein.
Verbal und nonverbal.
Niemand hat das Recht, nachzufragen, warum das so ist.
Niemand muss sich rechtfertigen.
Das hat was mit Respekt zu tun. 

Und jetzt bin ich wieder an dem Punkt, an dem ich vor zwei Wochen nach Budapest gestartet bin. Irgendwie desillusioniert, weil so oft Dinge in Frage gestellt werden, die für mich einfach eine Selbstverständlichkeit sind. Raus aus dem Schutzraum, rein in die Realität. Rein in die rape culture. Rein in eine Norm, die sexualisierte Gewalt legitimiert, die sie als Teil der Normalität akzeptiert. 
Ich möchte nicht mit Menschen zusammen sein, die meine Grenzen nicht so, wie ich sie für richtig halte, akzeptieren. Ich möchte nicht in Frage gestellt werden.
Das Skurrile ist doch, dass ich immer frage, wenn ich etwas will. Wenn ich mit jemandem spazieren gehen will, nehme ich nicht einfach seine_ihre Hand und ziehe ihn_sie auf die Straße. Ich frage: "Wollen wir spazieren gehen?". Ich stelle alltägliche Fragen. "Kommst Du mit?", "Kannst Du das mal kurz halten?" "Willst Du auch ein Stück Brot?". Ich frage mich, wieso Menschen das nicht mehr auf die Reihe bekommen, wenn es um Körper geht. 
Ich komme darauf nicht klar. Blöde Welt.

Dienstag, 19. März 2013

Orbáns "bedauerliche Zufälle" - 2010 bis 2013


Ich habe mir in den letzten Tagen die Mühe gemacht, einiges aus der ungarischen Politik chronologisch zusammenzufassen. Ich hatte das Gefühl, dass man in Deutschland nur punktuell mitbekommt wenn etwas passiert und dass daraus vielleicht nicht die Chronologie der Politik Orbáns wirklich hervorkommt.


Ich fange bei etwas Offensichtlichem an, was nur symbolisch eine Wirkung hat, jedoch für mich stellvertretend für vieles hier in Ungarn steht. Seit dem 1. Januar 2012 heißt Ungarn nicht mehr “Magyar Köztársaság” (Republik Ungarn), sondern nur noch “Magyarország” (also nur noch Ungarn). Im ersten Moment mag man denken: Was soll’s? Aber spätestens dann sollte es einer_m kalt den Rücken herunterlaufen. Wieso hat man diese Änderung vorgenommen? Ist Ungarn keine Republik mehr? Wieso legt man keinen Wert mehr auf die Spezifikation, die so in der Verfassung verankert war?

Jedoch ist nicht nur der Staatsname etwas, was wachrütteln sollte.


Bei der letzten Parlamentswahl, am 11. April 2010 bekam Viktor Orbán mit der Fidesz-Partei die absolute Mehrheit. Die Fidesz ist der national-konservative Ungarische Bürger_innenbund. Durch ihre ⅔-Mehrheit haben sie nun die Möglichkeit alles nach Belieben zu verändern. Man darf bei all dem nicht vergessen, dass die ungarische Demokratie noch sehr, sehr jung ist und die wirtschaftliche Angeschlagenheit sich kontinuierlich verschlechtert hat. Orbán kann die Verfassung dann ändern, wenn er es möchte. In seinem Kabinett sind übrigens nur Männer, darunter vor allem Mitglieder der Fidesz-Partei, die ein ebenso nationalistisches Weltbild vertreten, wie es auch Orbán offen in seinen Reden tut.

Die nächste einschneidende Entscheidung der ungarischen Regierung ist das Mediengesetz aus dem Dezember 2010. Dieses Gesetz unterstellt sowohl die öffentlich-rechtlichen als auch die privaten TV- und Radiosender, sowie auch Print- und Onlinemedien der Kontrolle einer Medienbehörde. Diese Behörde ist - natürlich - Fidesz-nah. Dieser Beschluss beschädigt das Verhältnis zwischen Ungarn und der EU zum ersten Mal nachhaltig, sodass Orbán im März 2011 unter der Kritik der EU einzuknicken scheint und einige Teile des Gesetzes wieder zurücknimmt. Vom ungarischen Verfassungsgericht werden weitere Teile des Gesetzes gestrichen. Was jedoch bleibt: Die Medien unterstehen nach wie vor einer Kontrolle der Behörde. Und die Präsidentin dieser Behörde, eine gute Bekannte Orbáns, ebenfalls aus den Führungsreihen der Fidesz, wurde auf neun Jahre gewählt. Neun Jahre. Auf den öffentlich-rechtlichen Sendern findet man seitdem vor allem Unterhaltungsshows mit nationalem Flair.

Es ist und bleibt paradox: Während er vor dem Europäischen Parlament spricht, gibt er sich einsichtig und demokratisch, sobald er aber hier in Ungarn öffentliche Auftritte hat, ist davon nichts mehr zu spüren. Er betont seine klare Linie gegen Brüssel und gibt sich so nationalistisch, wie es seit Bestehen der Europäischen Union wahrscheinlich noch niemand getan hat.

Nun will ich zur neuen und sehr umstrittenen Verfassung kommen. Es beginnt mit der Präambel, dem “Nationalen Bekenntnis”. Dieses soll in allen Amtsstuben aushängen und beruft sich auf den christlichen Ursprung Ungarns und stellt klar: Roma und Menschen jüdischen Glaubens sind in der Gesellschaft, wie Orbán sie will, nicht erwünscht.
Die neue Verfassung löst die alte der sozialistischen Volksrepublik von 1949 (die 1989 modifiziert wurde) ab. Aber sie löst auch genauso das junge Prinzip der Demokratie, der Republik in Ungarn, ab. Die Unabhängigkeit der Justiz wird in Frage gestellt, wodurch eines der Hauptprinzipien der Demokratie, nämlich die Gewaltenteilung, keine Verwendung mehr findet.
Es bleibt 2012 nicht nur bei der Zensur der Medien, sondern Kunst und Theater werden zunehmend kontrolliert und zensiert. Fast überall findet man Fidesz-Mitglieder in den höchsten Positionen. Beispielsweise im Budapester Theater wird Györgyi Dörner zum neuen Intendanten. Wer ist dieser Györgyi Dörner? Györgyi Dörner ist ein bekannter Aktivist der rechtsextremistischen Szene Ungarns. Zu seinem Amt als Intendant hat ihm der Bürgermeister verholfen, der, wie könnte es anders sein, Mitglied der Fidesz ist.

Am 2. Mai 2012 wird János Áder zum neuen Präsidenten Ungarns gewählt. Sein Vorgänger ípál Schmitt musste nach einer Plagiatsaffäre zurücktreten. Áder ist EU-Parlamentsabgeordneter und einer der einflussreichsten Politiker_innen, die die Fidesz hervorgebracht hat. Seine Wahl wurde von der Opposition geschlossen boykottiert, gerettet wurde die Fidesz-Regierung - mal wieder - durch die ⅔-Mehrheit.
Die Politik Orbáns spielt sich nun, zwei Jahre nach seiner Wahl, schon lange nicht mehr nur im Parlament ab. Im Sommer 2012 marschiert die seit 2009 verbotene Ungarische Garde in den Straßen Budapests auf. Sie werden euroapaweit als rechtsradikal und gefährlich eingestuft. Gefeiert wird das fünfjährige Bestehen. Die Ungarische Garde wurde 2007 von der Jobbik gegründet. Wer ist die Jobbik? Die Jobbik Magyarországért Mozgalom (“Bewegung für ein besseres Ungarn”) ist eine rechtsextreme, radikal-agierende Partei. Sie sind momentan mit 12,2 Prozent die drittstärkste Partei im ungarischen Parlament. Jede_r sechste hat in der Krise die Jobbik als rechtsextreme und nationalistische Alternative gewählt. Sie nutzen die Abkürzung ‘“Jobbik”, denn es ist ein Wortspiel. Das ungarische Wort “Jobbik” kann nicht nur “Die Besseren” sondern auch “Die Rechteren” bedeuten.
Im Februar gewann ein Kommunist seinen Prozess in Ungarn: Er hatte gegen ein Gesetz geklagt, das es verbietet, den Roten Stern zu tragen. Er hatte zuvor für das Tragen mehrmals Geldstrafen bekommen. Dieses Verbot wurde vom Verfassungsgericht aufgehoben, was ich auch für richtig halte. Denn der Rote Stern ist kein Symbol, dass durch realsozialistische Regime eingeführt wurde, er ist vielmehr das Symbol für internationale Solidarität. Das Perfide daran? Damit wird auch das Tragen jeglicher Nazisymbolik - wie Hakenkreuz und Pfeilkreuz - legalisiert. Das liegt zuerst einmal daran, dass diese Symbolik gemeinsam mit dem Roten Stern verboten wurde. Wenn nun keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, darf dies genauso ab Mai passieren. Es besteht die Möglichkeit, vorher ein neues Gesetz zu verabschieden, dass zwischen dem Roten Stern und Nazisymbolik differenziert - aber ist das von der Fidesz-Regierung zu erwarten? Es ist schon hart, dass kommunistische/sozialistische und nationalsozialistische Symbole irgendwann in einen Topf geworfen wurden. Aber dass es selbst jetzt nicht berichtigt wird, sagt sehr viel über die ungarische Regierung aus.
Und damit kommt auch schon der März - wie man in der Chronik nachvollziehen kann, kommen die Einschnitte nach immer kürzeren Etappen. Am 11.03, meinem zweiten Tag in Budapest, hat das Parlament trotz der Kritik in der EU und trotz der Widerstände und Demonstrationen in Budapest die vierte Verfassungsnovelle beschlossen. Die Novelle sieht Strafen bei Wahlwerbung in privaten Medien vor, beschneidet die Befugnisse des Verfassungsgerichts und verbietet Obdachlosigkeit. Das ist - wie schon so oft, seit Orbán seine ⅔-Mehrheit hat - ein Schlag in den Magen für die Schwächeren der Gesellschaft. 

Die Kritik von Seiten der EU hält an, Maßnahmen werden nicht ergriffen. Welche Möglichkeiten hat die EU? Sie mag warnen und Besorgnis äußern und nochmal eindringlich warnen, davon wird sich Viktor Orbán nicht einschüchtern lassen.

Wie kann Orbán aufgehalten werden? Die Opposition in Ungarn nicht nicht nur machtlos gegen die absolute Mehrheit der Fidesz, sie ist zudem auch in sich zerstritten. Die Parlamentswahl 2014 scheint für viele der einzige Lichtblick zu sein, doch muss man sich die berechtigten Fragen stellen, ob es bis dahin vielleicht zu spät ist und ob wirklich ein Regierungswechsel herbeigeführt wird. Bis dahin bleibt es bei den großen Protesten: In Budapest, in anderen großen Städten Ungarns, in Brüssel. Vor dem Parlament, vor den Ministerien, vor der ungarischen Botschaft. Sie sind laut, sie sind viele. Die Protestierenden haben Initiativen gegründet, schließen sich zusammen. Ein Beispiel für den Ausdruck der Wut und Unzufriedenheit ist Nem tetzik a rendszer (übersetzt: Das System gefällt mir nicht). Als die Jobbik vor wenigen Monaten die Registrierung aller in Ungarn lebenden Menschen jüdischen Glaubens forderte, gingen tausende Menschen auf die Straße und protestierten mit einem gelben Stern am Revert gegen diese antisemitische Forderung.
Es bleibt die Hoffnung, dass der Protest wenigstens die EU unter Druck setzt.

Wenn wir über Ungarn sprechen, dürfen wir das nicht nur auf das, was in Budapest und was im Parlament passiert, reduzieren. Wenn wir über Ungarn reden, müssen wir auch darüber reden, dass Roma schikaniert und benachteiligt, verfolgt, enteignet und ermordet werden. In Ungarn leben etwa 700.000 Roma, die unter den momentanen Umständen unter großer Angst und in großer Armut leben müssen. Dann müssen wir auch darüber reden, dass sie von Mitgliedern der Jobbik öffentlich als “Tiere” und als eine “Plage” bezeichnet werden. Übergriffe auf Roma werden von der ungarischen Justiz nicht aufgearbeitet und bekämpft. Zsolt Bayer, ein enger Orbán-Vertrauter, sagte, man müsse für die “Roma-Frage” “eine Lösung finden, und das “umgehend und mit allen Mitteln”. Das sind keine dummen Ausrutscher und keine Einzelpersonen. Vielmehr wird auch von staatlichen Institutionen Hilfe verweigert und Menschen in Not werden im Stich gelassen.

Wenn wir über Ungarn reden, müssen wir über die von der Regierung so betitelten “bedauerlichen Zufälle” sprechen. Wie kann es sein, dass der Fernsehmoderator Ferenc Szaniszlo vor vier Tagen, am Nationalfeiertag, die höchste staatliche Ehrung für Journalist_innen erhalten konnte? Ferenc Szaniszlo hatte Roma vor Kurzem erst noch als “Menschenaffen” bezeichnet.
Wie kann es sein, dass der Archäologe Kornel Bakay, der von Jesus Christus behauptet, er sei kein Jude, sondern ein Prinz aus dem - angeblich mit den Ungarn verwandten - alt-iranischen Volk der Parther gewesen, den höchsten Verdienstorden erhält? Kornel Bakay stellte außerdem die These auf, dass Jüd_innen im Mittelalter Sklavenhandel organisiert hätten.
Und als dritter im Bunde bekam Janos Petras, der Leadsänger der Band Karpatia das Goldene Verdienstkreuz. Karpatia stehen in enger Verbindung mit der Jobbik und mit der paramilitärischen Ungarischen Garde. “Die Band besingt in ihren Texten die ‘unbefleckte Nation’ und ruft zu gewaltsamen Veränderungen der Grenzen Ungarns auf.”, so SPON.
Und was antwortet der für die Preise zuständige Minister? Das einzige, was Zoltan Balog dazu sagt, ist: Es sei ein bedauerlicher Zufall. Es gäbe aber auch keine juristische Handhabe, um den Preisträger_innen die Preise abzuerkennen.

So sieht die aktuelle ungarische Politik aus. Und die EU stellt sich weiterhin blöd und sagt, man sei sehr besorgt
.

Donnerstag, 14. März 2013

"Wir feiern, dass Orbán nicht da ist."

Heute war für mich sehr, sehr befremdlich. Aber ich bin mit der Devise hergekommen, für alles Neue offen zu sein, deswegen habe ich mich heute auf alles eingelassen und lieber zehn Mal gefragt, anstatt es von Grund auf abzulehnen.
Heute waren alle Kinder in der Schule schick angezogen: Schwarze Hose und weißes Hemd oder schwarzer Rock und weiße Bluse. Zusätzlich hatten sie sich Schleifchen in den Nationalfarben ans Hemd/an die Bluse gesteckt. Alle waren aufgeregt, denn morgen, am 15. März ist hier einer der größten Feiertage. Der Nationalfeiertag, an dem der Beginn der Revolution 1848 gefeiert wird. 
Deshalb ging der Unterricht heute auch nur bis 12 Uhr, danach fanden noch einige Feierlichkeiten in der Schule statt. Morgen ist kein Unterricht und alle Geschäfte werden geschlossen sein. Stattdessen gehen alle runter nach Budapest zu den großen Feiern, wo sich auch die Fidesz und die Jobbik profilieren. 
Generell finde ich den Umgang zwischen Lehrer_in und Schüler_innen teils sehr befremdlich. Vor jeder Stunde muss ein_e Schüler_in nach vorne kommen, ruft "Stillgestanden!", dann springen alle auf und stellen sich gerade hin. Und dann fragt der_die Lehrer_in "Hast Du etwas zu melden?" und der_die Schüler_in antwortet, ob jemand fehlt. Das ist etwas, was ich während meiner Schulzeit nicht erlebt habe. Es ist zwar nur etwas Kleines, Alltägliches, sagt aber für mich viel über Mentalität und hierarchisches Denken aus. 

Natürlich wurde heute auch viel über den Feiertag morgen gesprochen. Er hat hier für alle Menschen eine große Bedeutung. Da es meine Aufgabe ist, mit den Schüler_innen zu sprechen, damit sie lernen, sich auf deutsch zu unterhalten, habe ich öfter gefragt, was sie morgen eigentlich feiern. So wurde es für mich heute das Hauptthema. Ich muss tatsächlich zugeben, dass ich nicht viel über die ältere osteuropäische Geschichte weiß. Deshalb fragte ich auch eine Lehrerin, die sehr gut deutsch spricht, noch einmal nach diesem Feiertag. Wir waren zu der Zeit im Lehrer_innenzimmer. Während sie erzählte, dass die Revolution von 1848 gefeiert wird, kam eine andere Lehrerin herein und sagte:
"Ich habe eine Überraschung für euch. Viktor Orbán wird morgen in Brüssel sein."
Daraufhin haben alle gelacht und geklatscht und die Lehrerin, mit der ich mich unterhalten hatte, sagte: "Wir feiern morgen, dass Orbán nicht da ist!"

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich das einordnen soll. Ich freue mich, weil es scheinbar wirklich viele, viele Menschen gibt, die überhaupt nicht zufrieden sind mit Orbán. Aber für mich wirken alle, mit denen ich rede, sehr desillusioniert. Als könnte man nichts mehr ändern. Es ist nichts zu spüren von Aufbruch, schließlich sind doch im Mai 2014 Wahlen! Sie sprechen über Orbán, schütteln den Kopf und wenden sich dann lieber anderen Themen zu.

Und morgen ist dann der Nationalfeiertag. Ich fahre runter auf den Heldenplatz und werde mir das mal anschauen (auch ohne Viktor Orbán). 
Ich glaube, man kann eine treffende Unterscheidung zwischen dem Patriotismus und Nationalismus hier machen. Alle Ungar_innen hier feiern diesen Tag. Sie singen die Nationalhymne, weil sie sich diesem Land verbunden fühlen. Auf der anderen Seite steht die Jobbik, die sich morgen auch präsentieren wird. Sie singen nicht die Nationalhymne, sondern ein transsylvanisches Klagelied. Ich habe mir dieses Lied angesehen, weil ich wissen wollte, worum es geht. Es geht um den Schmerz, Großungarn verloren zu haben. Das ist harter Nationalismus. 
Es geht nicht darum, dass ich Patriotismus auf einmal toll finde und Patriotismus und Nationalismus wirklich voneinander trennen möchte. Es geht mir darum, dass ich verstehen möchte, wie das alles hier funktioniert. Wie die Fidesz und die Jobbik so ein hohes Ansehen genießen können. Ich versuche zu verstehen. Ich versuche, diesen Feiertag zu begreifen, denn ich komme aus einem anderen Land mit einer anderen politischen Situation und brauche Zeit, die Vorgänge hier zu begreifen.



Mittwoch, 13. März 2013

Die Deutsche.

Ich bin noch nicht lange hier und merke trotzdem, was es hier heißt, deutsch zu sein. Ich bin heute den dritten Tag an meiner Arbeitsstelle in Pest an der Grundschule, fast alle Klassen kennen mich nun.

Dass ich aus Deutschland komme, spielt hier eine große Rolle. Vor allem ist es für viele etwas positives.
Zum einen werde ich natürlich nach der deutschen Geschichte gefragt. Ich wurde gefragt, ob ich Hitler auch so faszinierend finde. Oder was ich vom dritten Reich halte. Aber darauf war ich gut vorbereitet, dass ich mit solchen Fragen konfrontiert werde, war klar.
Die Antworten hatte ich mir auch ganz gut zurechtgelegt. Für jede Klassenstufe eine passende, für Erwachsene eine ausführlichere, für die kleinen Kinder kurze, verstaendilche Saetze. Das ist okay und das bin ich den Menschen als Deutsche schuldig. Ich komme aus einem Land, das für viel Elend hier in Ungarn verantwortlich ist.
Ich werde auch gefragt, warum ich nach Ungarn gegangen bin. Warum ich nicht in Deutschland bleiben will. Wieso ich ausgerechnet in das Land gehe, das momentan so große Probleme hat. Dafür haben die meisten hier kein Verstaendnis.

Aber was mich jetzt schon ein wenig nervt, ist, dass ich immer "die Deutsche" bin. Meinen Namen vergessen viele schnell, er ist hier auch sehr unbekannt. Dann heißt es "Heute kommt die Deutsche wieder in unseren Unterricht". Die Kinder freuen sich auf mich, vor allem, weil ich keine Lehrerin bin und deshalb wahrscheinlich ein bisschen lockerer bin. Aber ich bin die Deutsche, nicht Merle. Ich bin für sie repraesentativ für alle Deutschen. Das will ich nicht sein. Ich hoffe, dass sich das noch aendert.

Ich werde hier als Deutsche sehr gemocht. Nicht für meinen Charakter und meine Art, sondern dafür, dass ich deutsch spreche. Viele Menschen wollen sich mit mir auf deutsch unterhalten, laden mich zum Kaffee trinken ein, weil sie sich auf Deutsch mit mir unterhalten wollen. Sie wollen deutsch lernen, weil sie dann Aussichten haben, in Deutschland zu arbeiten. Ich bin ihre Chance, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern, damit sie irgendwann hier weg können. Das geht vielen Menschen so. Sie sehen für sich keine Zukunft mehr. In meiner Klasse gestern haben wir auch über Studiengebühren gesprochen und darüber, dass Orbán will, dass die Studierenden nach dem Studium auch in Ungarn arbeiten. In Ungarn zu arbeiten heißt, ein geringes Gehalt zu bekommen, dass die Kosten in Budapest kaum deckt. An meiner Schule lernen die Kinder zweisprachig. Sie konnten sich aussuchen, ob sie auf deutsch und ungarisch oder auf englisch und ungarisch lernen wollen. So haben sie die Chance, nach dem Abschluss in Deutschland oder in einem englischsprachigen Land eine Ausbildung zu machen oder zu studieren. Denn wie gesagt: Wer hier kostenlos studieren möchte, muss danach auch hier arbeiten.

Dass ich deutsch bin heißt auch, dass ich von einer deutschen Institution bezahlt werde. Ich bekomme nicht viel für deutsche Verhaeltnisse. Das ist okay, denn ich bin auch keine ausgebildete Lehrkraft. Aber ich bekomme trotzdem mehr als die meisten Lehrer_innen hier. Ich bekomme etwa so viel wie ausgebildete Aerzt_innen. Und nebenbei sind meine Lebenshaltungskosten sehr niedrig, da ich ein oder zwei Mahlzeiten in der Schule essen kann und eigentlich nur abends selbst etwas kaufen muss. Mein Zimmer wird ebenfalls über die Schule finanziert. Deshalb bin ich die Deutsche, die Geld hat. Darauf spricht mich niemand an, was kann man daran auch aendern. Aber alle wissen es und für mich steht es immer im Raum. Ich werde in ein paar Monaten reisen. Nach Serbien, in die Slowakei, nach Bulgarien, nach Österreich, vielleicht auch nach Kroatien. Das können die meisten hier nicht. Deshalb steht es für mich im Raum und fühlt sich teils unüberbrückbar an.

Ich wusste vorher auch schon, dass ich Privilegien genieße, natürlich. Aber hier merke ich es in meinem Alltag. Weil ich immer diesen Besucherinnenstatus haben werde, dass ich hier wieder weggehen kann und dann wieder in Deutschland relativen Reichtum genießen werde.

Dienstag, 12. März 2013

Das Land, in dem ich jetzt lebe.


Seit Sonntag bin ich nun in Budapest. Ich mache hier meinen Freiwilligendienst an einer Grundschule im XVII. Bezirk in Pest. Ich schreibe dazu einen separaten Blog, der über meine Organisation kulturweit läuft. Allerdings möchte ich dort nicht viel über die ungarische Politik schreiben, weil wir vom Auswärtigen Amt entsandt wurden, daran möchte ich mich halten, allerdings werde ich trotzdem auf meinem gewohnten Blog über das schreiben, was ich hier erlebe.

Ich weiß nicht genau, wo ich anfangen soll. Obwohl ich nur 1300 km von Zuhause entfernt bin, lebe ich hier unter Umständen, die sehr sehr weit von meiner deutschen Realität entfernt sind. Das ist keine Wertung, das ist erstmal nur ungewohnt. Ich habe ein kleines Zimmer in einem ungarischen Gästehaus im XVII. Bezirk, kann mit dem Bus zur Arbeit und zu einer Metro-Station fahren, von wo ich dann auch runter nach Budapest gelangen kann. Es unterscheidet sich kaum von den Randbezirken der Großstädte, die ich in Deutschland kenne. Ich glaube, ich kann hier wirklich glücklich sein, wenn ich mich erst einmal ein wenig auskenne und sicherer fühle. Im Moment bin ich noch sehr müde, wenn ich von der Arbeit komme, denn die Sprache ist für mich extrem anstrengend. Es ist anstrengend, in jedem Gespräch genau hinzuhören, wann endlich ein Wort kommt, dass ich schonmal gehört habe und von dem ich vielleicht sogar die Bedeutung kenne. Ich kann mich eigentlich mit niemandem unterhalten, weil meine Ungarisch-Kenntnisse und deren Deutsch- oder Englisch-Kenntnisse für eine wirkliche Unterhaltung nicht ausreichen. Deswegen retten mich die abendlichen Skype-Gespräche jeden Abend wieder.

Und egal, wie sicher ich mich hier fühle, es bleibt das bedrückende Gefühl. Das Gefühl, das man hat, wenn man die deutschen Medien hört/liest und weiß, was in Ungarn im Parlament abgeht. Das Gefühl, das man hat, wenn man weiß, was in den Dörfern um Budapest herum passiert. Aber vor allem: Das Gefühl, zu wissen, dass ich jederzeit nach Deutschland zurückgehen kann und dort studieren werde. Ich wollte erst über Politik sprechen, wenn ich mich ein wenig sicherer fühle. Aber schon auf dem Weg zur Arbeit am ersten Tag sagte meine Mentorin, dass sie gesehen habe, dass ich an Politik interessiert sei. Dann sagte sie auch, dass sie sehr unzufrieden sei mit der ungarischen Politik, aber dass wir nicht darüber reden sollten. Ich habe das akzeptiert, denn ich weiß nicht, wie der Umgang mit Politik in Ungarn ist. Ein paar Minuten später fing sie wieder an, wollte wissen, welche Parteien ich in Deutschland gut finde, wie Wahlen bei uns ablaufen und was ich über ungarische Politik weiß. Auch dann meinte sie wieder, sie wolle eigentlich nicht darüber sprechen.
Es scheint etwas zu sein, was alle beschäftigt, alle wissen hier, was die Fidesz im Moment tut und was das für sie bedeutet. Aber laut darüber zu sprechen fällt schwer. Aber was ich wichtig finde: Sie sagte auch, dass sie die Fidesz und Orbán für faschistisch hält.

Mein zweiter Zusammenstoß damit war heute in der achten Klasse, in der ich heute zu Besuch war. Damit die Kinder Deutsch lernen und meine Ausprache hören, lese ich viel vor, muss aber auch viele Fragen beantworten.
Wo wohnst Du? Wie lange bleibst Du in Ungarn? Was ist dein Lieblingstier? Was ist deine Lieblingsfarbe? Was ist dein Lieblingsessen? Wie heißen deine Geschwister? Wie heißen deine Haustiere? Wie heißen deine Eltern? [...] Und als die Lehrerin für einen Moment den Raum verlassen hat, kam dann: Was denkst Du über Viktor Orbán?
Ich denke, dass Viktor Orbán ein Faschist ist. Dass er das, was von einer Demokratie übrig ist, hier versucht aufzulösen. Aber das kann ich einer achten Klasse nicht einfach so an den Kopf werfen.
Deshalb habe ich sehr ausweichend geantwortet und sie im Gegenzug gefragt, was sie über Orbán und die Fidesz denken. Fast alle Schüler_innen wollten sich dazu äußern, hatten etwas dazu zu sagen. Sie sprachen vor allem über die neue Verfassungsänderung, darüber, dass sie sich durch das Studium verpflichten, danach in Ungarn zu arbeiten. Sie sprachen über die schlechten wirtschaftlichen Voraussetzungen, darüber, dass viele Menschen arm sind, obwohl sie Arbeit haben.

Ich will in den nächsten Tagen runter in die Stadt fahren und mehr darüber erfahren. Ich will mit Menschen reden, die sich mit der Politik beschäftigen. Die Unruhen sind vor allem auf der anderen Seite der Donau, in Buda. Vielleicht schaffe ich es, Kontakt zu einer Pro-Roma-Organisation zu knüpfen.

Ich will außerdem versuchen in den nächsten Wochen und Monaten regelmäßig etwas über die Politik zu schreiben, um einiges verständlicher zu machen. Zum Beispiel will ich die Fidesz erklären, die Jobbik und wer eigentlich Viktor Orbán und János Áder sind und was sie wollen.

Samstag, 9. März 2013

Empowerment zum Weltfrauentag.

Am Abend vor dem 102. Weltfrauentag war ich gemeinsam mit Laurie Penny, Urvashi Butalia und Elke Ferner bei der Friedrich-Ebert-Stiftung und bin immer noch berührt und begeistert von dieser Veranstaltung. Themen waren der #Aufschrei, der Offene Brief an Joachim Gauck, sexualisierte Gewalt und internationale Frauensolidarität.

Ich muss dazu sagen, dass ich im Moment irgendwo zwischen zwei Welten schwebe: Die zehn Tage vor der Veranstaltung war ich bei einem Seminar in Brandenburg, das mich auf mein Auslandsjahr vorbereiten sollte und morgen früh fliege ich. Ich bin nicht mehr ganz zuhause, bin aber auch noch nicht angekommen, muss noch packen, mich verabschieden, freue mich, bin aufgeregt und es mischen sich tausend verschiedene Gefühle und würde mich jetzt jemand fragen, wie es mir geht - ich wüsste es nicht. Jedenfalls bin ich mit genau diesem Gefühl in Berlin angekommen, habe Laurie und Urvashi kennen gelernt und gemeinsam mit Laurie noch ein Interview gegeben. Während die anderen Freiwilligen müde [und verkatert von der Abschiedsparty] nach Hause fuhren, saß ich in der S-Bahn und habe versucht, mich mental überhaupt wieder auf das Thema Sexismus vorzubereiten. Das war alles schon so weit weg. Das war aber vielleicht auch nicht das Schlechteste, denn ich hatte in den letzten zwei Wochen Gelegenheit, auf andere Gedanken zu kommen, mich ein wenig von der anstrengenden Debatte zu erholen und dann mit ein wenig Distanz darauf zurückzusehen.

Dieser Weltfrauentag war für mich der beste, wichtigste und berührendste, den ich bisher erlebt habe. Urvashi Butalia trat als eine unglaublich starke Frau auf, von der ich vorher nicht viel wusste und die mich absolut überzeugt hat. Sie zeigt mir, dass es sich lohnt, zu kämpfen.
Dieser Abend hat ein paar Wunden geheilt. Wunden, die im Alltag durch Sexismus und Relativierung entstehen, Wunden, die kaum noch verheilen können, weil sie immer wieder aufgerissen werden. Weil diese Debatte nicht richtig geführt wird, weil viele nicht begreifen, warum das so weh tun kann. Wir sprachen über internationale Frauensolidarität und ich saß dort mit Laurie - die auch ganz wunderbar war - und Urvashi und wusste ganz genau: Es gibt diese internationale Solidarität und wir sind uns nah, obwohl wir andere Sprachen sprechen, andere Lebensrealitäten haben, teils aus unterschiedlichen Feminismusströmungen kommen und andere Erfahrungen mitbringen. Es hat mir gezeigt, dass ich weitermachen muss, dass wir viele sind und dass wir alle dazu gehören und unseren Teil leisten können.

Ich bin aber auch Kathy und Kati dankbar, die die Veranstaltung geplant und moderiert haben, die so viele nette Worte gefunden haben, die so viel Kraft investiert haben. Ich kann gar nicht genug Glitzer versprühen, ihr wart wirklich toll!

Einiges war aber doch sehr bezeichnend für diese Gesellschaft. Der erste Redebeitrag kam von einem Mann. Natürlich. Es waren nur wenige Männer da und trotzdem ging das Mikro als erstes an einen Mann. Das war nicht das Schlimmste. Sondern derjenige Mann, der als drittes sprach. Der sagte, dass man endlich auch mal über seine Gefühle reden müsse und dass er das Recht dazu habe, nur weil er das Mikro in der Hand hatte. Und das obwohl ich eigentlich reden sollte. Ein Troll. Ein Bild der Realität als Netzfeministin - irgendwelche Menschen, die meinen, ihre Meinung sagen zu müssen und die denken, sie könnten die Definitionsmacht entreißen. Und auch was er sagte, war so bezeichnend! Er sprach davon, dass die Veranstaltung schlecht geplant sei, dass man Sexismus und sexualisierte Gewalt nicht in einer Veranstaltung behandeln könnte. Und genau damit brachte er sich letztendlich in die Rolle, von sich zu glauben, es sei seine Aufgabe (als Mann!) darüber zu urteilen, was “nur” Sexismus sei und was sexualisierte Gewalt sei. Ich lasse mir die Definitionsmacht über meine Grenzen und darüber, was ich als Gewalt empfinde, nicht nehmen. Und erst recht nicht von einem Profilneurotiker, der meint, er sei unterrepräsentiert und bekomme nicht genug Beachtung.
Aber trotzdem habe ich auch aus dieser Situation ein unglaublich empowerndes Gefühl mitgenommen. Nämlich aus dem Moment, als Menschen im ganzen Saal aufsprangen, teils den Raum verließen, aber vor allem forderten, ihm kein Forum zu geben und ihm das Mikro abzustellen. Er war ganz allein. Und das tat gut.
Genauso taten auch die vielen Gespräche danach gut, die vielen Feminist_innen, die sich bei mir bedankten und die mir Kraft gaben. Und dass so viele tolle feministische Freund_innen da waren, mit mir den Abend verbrachten und ich so einen wunderbaren Abschied aus Deutschland hatte.

Ich habe jetzt wieder Kraft. Es hat mir Mut und Energie gegeben, weiterzumachen. Ich kann kaum in Worte fassen, mit was für einem guten Gefühl ich gegangen bin und wie schön es war, so viel Zuspruch zu bekommen.

Ich bin euch wirklich dankbar. Das habe ich vorgestern bei der Veranstaltung gemerkt und das merke ich jetzt. Ich mache weiter. Ich weiß, dass es nicht umsonst ist.