Donnerstag, 24. Juli 2014

Zermürbung.

Das hier wird kein großartiger Text, keine schöne Rhetorik, kein Text, den man gerne zitiert. Ich äußere mich auf diesem Weg zu den Stalking- und Diskriminierungserfahrungen, die mich dazu bringen, mich zurückzuziehen.
Natürlich nenne ich keine Namen und Zusammenhänge, dementsprechend werde ich auch nicht auf betreffende Rückfragen reagieren.

Wieder blinkt das Nachrichtenfenster auf, wieder von derselben Person. Immer das Gleiche. Wieder ein Screenshot meiner Aktivitäten der letzten Minuten. Kommentarlos, aber kommentiert werden muss das nicht. Er erreicht genau das, was er will: Ich weiß, ich werde ständig kontrolliert. Ich klicke das Nachrichtenfenster weg, schließe Facebook. Keine Minute später passiert dasselbe auf Twitter, per Mail oder wahlweise auch auf dem Blog. Wieder ein Screenshot. Ich stelle den Rechner weg, schalte mein Handy aus, will die Ruhe genießen. Im Kopf dreht sich alles, immer die gleichen Gedanken. Und ständig die Frage: Was habe ich falsch gemacht?

Das begann vor wenigen Wochen, mal passierte zwei Wochen lang nichts, dann wieder. Wenn ich die Person wieder gesehen habe, ging es am gleichen Abend noch wieder los. Das ständige Suchen nach Fehlern, die ich mache, das ständige Vermitteln des Gefühls, dass ich beobachtet werde. Die Kopfschmerzen hämmern, die Bauchschmerzen gehen fast gar nicht mehr weg.
Mittlerweile überlege ich bei allem, was ich öffentlich schreibe, ob man es gegen mich verwenden kann, ob es irgendwelche Informationen über mich enthält, die es wert sind, in Screenshots festgehalten zu werden.
Wenn in den neuen Tweets/Posts nichts zu finden ist, werden manchmal auch ältere Sachen herausgesucht. Meldungen von vor über zwei Jahren zu finden, müsste etwa zwei oder drei Stunden Aufwand bedeuten. Wenn ich so etwas in meinem Postfach finde, weiß ich, dass diese Person viel dafür gibt, mich kaputt zu machen.

Seit einigen Tagen ist es schlimmer geworden. Es ist nicht mehr nur diese eine Person, es sind mehrere. Ich blockiere eine, bekomme es von einer anderen.

Zu Beginn habe ich das als Interesse verbucht. Irgendwann wurde es aufdringlich, mittlerweile möchte ich es als Stalking bezeichnen.

Stalking engt Menschen ein, es macht ihnen Angst, es zermürbt sie. Die Gefahr für mich, kaputt zu gehen, wird immer bedrohlicher. Der Gedanke daran lässt mich nicht mehr los. Im Moment überschattet es meinen Tagesablauf. Ich müsste Hausarbeiten schreiben, kann mich nicht darauf konzentrieren. Ich gehe aus dem Haus, habe Angst, dass mich jemand beobachtet. Ich treffe Freund*innen, will nicht davon berichten, weil Aussprechen noch nicht geht.
Ich fühle mich damit alleine.

So funktioniert Zermürbung. So werden unbequeme Menschen in die Enge getrieben und kaputt gemacht. Ich bin nicht die erste, die in der feministischen Community entscheidet, ihren Twitter-Account erst einmal nicht mehr aktiv zu nutzen. Ich bin nicht die erste, die mit Frauenfeindlichkeit und Maskulismus bedrängt wird.


(Ich weiß auch, dass dieser Text wenig aussagekräftig ist und möchte ihn gerne, sobald ich die Kraft habe, erweitern.)

Donnerstag, 10. Juli 2014

Inwiefern ist ein Vergleich von Holocaust und Nahostkonflikt möglich?


 Durch die erneute Eskalation zwischen der Hamas und Israel wird ständig wieder der Vergleich zwischen der systematischen Ermordung von Jüd*innen während der Shoa und dem israelischen Verhältnis zu Gaza aufgeworfen. Daher habe ich mir die Mühe gemacht, auf diese komplexe Frage zu antworten: Ist der Vergleich möglich?


Ist er nicht. Die Shoa ist in ihrer Grausamkeit mit nichts zu vergleichen. Nie. Ende des Gesprächs.
Verpisst euch.